Digitalisierte Lieferprozesse in der Forstwirtschaft

 

Die digitale Zukunft ist in österreichischen Wäldern bereits Realität, wenn es um einen der wichtigsten Geschäftsprozesse in der Forstwirtschaft geht: den Holztransport vom Forst ins Sägewerk. Noch im Wald werden Menge und Qualität des Rundholzes mit einer Smartphone-App erfasst und ein digitaler Lieferschein erstellt.
Diese Daten bilden den Auftakt im schnellen, einfachen und papierlosen Lieferprozess, den der BASIS-Partner DAM-EDV aus der Steiermark gemeinsam mit dem Kunden Leobner Realgemeinschaft, einem der größten Forstbetriebe in Österreich, optimiert hat.

 

Holztransport vom Wald ins Sägewerk: Früher ein Prozess mit viel Papier

Die Qualität des Holzes bestimmt den Preis, den ein Forstbetrieb erzielen kann. Der kann je nach Qualität ganz erheblich schwanken zwischen 35 Euro und 100 Euro pro Festmeter für beste Qualität. Früher schätzte der Fahrer des Forstbetriebes beim Aufladen im Wald die Qualität und Menge des Holzes, füllte manuell einen Lieferschein auf Papier aus und gab diesen mit der Fracht beim Sägewerk ab. Im Sägewerk wurde das Holz exakt gewogen und die Qualität ein zweites Mal taxiert. Den Preis, den das Sägewerk ermittelt hatte, schrieb es dem Forstbetrieb gut.

Bis der Lieferschein, wiederum von Hand, in der Datenbank erfasst wurde, konnten mehrere Tage ins Land gehen. Der Forstbetrieb bekam seine Gutschrift somit erst, wenn das Holz im Sägewerk längst verarbeitet war. Und nicht selten kamen Meinungsverschiedenheiten zwischen Lieferant und Kunde hinsichtlich der Qualität des angelieferten Holzes vor. Aber was, wenn der Forstbetrieb der Meinung war, besseres Holz geliefert zu haben als ihm gutgeschrieben wurde? Wie konnte er das nun noch nachweisen, wenn aus den Baumstämmen längst Bretter geworden waren?

 

Der Fahrer fotografiert die Ladung vor dem Abtransport mit dem Smartphone

Heute ein Prozess mit mobiler Web-App und digitalem Lieferschein

Dieser Prozess hat sich mit der Web-App, die DAM-EDV entwickelt hat, deutlich geändert. Statt einen Lieferschein auf Papier per Hand auszufüllen, ruft der Fahrer nun die App auf und tippt die wesentlichen Daten einfach in sein Smartphone. Die übersichtliche Eingabemaske macht es ihm leicht.

Dann macht er noch ein paar Fotos von der Ladung mit der eingebauten Smartphone-Kamera — bis zu sieben Fotos können mitverarbeitet werden. So lässt sich bei Bedarf viel besser belegen, welche Qualitätseinstufung das gelieferte Holz verdient und welchen Wert damit die Lieferung hat. Auch das Mitsenden von Videos ist möglich. “Ein Video von 60 Sekunden Länge ist etwa 5 MB groß und in 20 bis 30 Sekunden verschickt,” so Werner Dam, Geschäftsführer von DAM-EDV.

Den Lieferschein plus Bilder und Videos sendet der Fahrer mit einem einfachen Fingerdruck an den Server bei DAM-EDV. Dort wird eine E-Mail mit dem digitalen Waldlieferschein und den Fotos an den Forstbetrieb und das Frachtunternehmen generiert. Das Sägewerk erhält die Informationen zur Verladung per xml-Datei.

Bei der Ankunft der Holzlieferung im Sägewerk wird mittels Barcodeleser der von der App generierte Barcode eingelesen und macht ein händisches Eintippen der Informationen überflüssig. Gleichzeitig werden der Forstbetrieb und das Frachtunternehmen über die erfolgreiche Lieferung informiert.

 

 

 

Taggleicher Überblick zu Transporten und Umsätzen

Die digitale Unterstützung des Lieferprozesses hat viele Vorteile: Der Fahrer kann die Lieferscheindaten einfach erfassen, mit Fotos und Videos belegen und schnell weiterleiten. Der Forstbetrieb spart nicht nur die doppelte Erfassung der Daten und erhält seine Gutschrift potenziell sehr viel früher, sondern hat jederzeit einen Überblick darüber, wie viele Fuhren schon geladen und unterwegs, aber noch nicht gutgeschrieben sind, und welcher Gutschriftsbetrag ungefähr zu erwarten ist.

So erleichtert der neue Prozess die Ressourcen- und die Finanzplanung erheblich. “Der größte Kunde unseres Pilotpartners liefert am Tag bis zu 200 Lkw-Ladungen mit Rundholz aus dem Wald aus. Das bedeutet, dass bisher rund 600 Ladungen “blind” unterwegs waren. Jetzt hat er taggleich einen Überblick über seine Umsatzplanung und über die eingesetzten Transportressourcen”, erklärt Werner Dam. Der Forstbetrieb profitiert auch davon, dass die Aufenthaltsorte und -zeiten der Fahrer mit der App automatisch miterfasst werden.

 

 

Die Eingabemaske im Smartphone
 
 

 

Projektdauer: Nur zwei Wochen

“Wir haben die webbasierte Lösung mit BBj in rund 80 Mannstunden realisiert, verteilt über einen Zeitraum von drei Monaten”, schätzt Werner Dam. Sein Kunde Leobner war während des gesamten Projekts als Partner mit im Boot. Er testete neue Programmstände unter Praxisbedingungen und gab wertvolles Feedback, so dass eine sehr stabile und funktionale Anwendung entstand.

Diese hat als intuitiv bedienbare Smartphone-App einen weiteren Vorzug: Bei einem Personalwechsel gibt es keinen neuen Schulungsaufwand. Der neue Mitarbeiter erhält die Zugangsdaten für die App und kann praktisch sofort auf seinem Smartphone produktiv damit arbeiten.

 

Mit BASIS ging es leichter

Während der gesamten Projektdauer stand DAM-EDV in direktem Kontakt mit dem Team von BASIS Europe, nicht nur für Präsenz-Schulungen oder die Beantwortung von Detailfragen “on the fly”, sondern auch für die Programmierung spezieller Module. „BASIS Professional Services hat zum Beispiel das Modul für den Upload der Fotos vom Handy zum Server entwickelt. Wir hätten das zwar auch selbst hingekriegt, die Dokumentation der Tools ist ja sehr gut“, meint Werner Dam, „aber ein erfahrener Programmierer bei BASIS schafft das in wenigen Stunden und wir sparen uns ein paar Manntage, die wir sinnvoller für unsere Kunden einsetzen können.”

Werner Dam denkt auch darüber nach, seinen Kunden aus anderen Branchen eine mobile App in anzubieten. “Ich denke zum Beispiel an die Baustoffhändler, die mit mobiler Software ebenfalls Effizienzgewinne erzielen könnten. Die Entwicklung der App würde dank unserer gewachsenen Erfahrung nun natürlich ruckzuck gehen.”

 

» Wir hätten das zwar auch selbst hingekriegt, die Dokumentation der Tools ist ja sehr gut. Aber ein erfahrener Programmierer bei BASIS schafft das in wenigen Stunden und wir sparen uns ein paar Manntage, die wir sinnvoller für unsere Kunden einsetzen können. «

Werner Dam, Geschäftsführer

 

 

BASIS Partner: DAM-EDV

Die DAM-EDV GmbH wurde 1988 in Österreich gegründet und ist heute für mehr als 110 Kunden in Österreich und angrenzenden Ländern aus verschiedenen Branchen tätig, insbesondere in der Forstwirtschaft, der Gewinnung und Verarbeitung von Holz, Sand und Kies und in der Logistik. Seit der Gründung ist Werner Dam Geschäftsführer.

Die DAM-EDV bietet ihren Kunden auf ihre Kunden zugeschnittene Software, in der Standardlösungen für Finanz- und Rechnungswesen und Personal mit branchenspezifischen Anwendungen kundenindividuell kombiniert werden.

www.damedv.at

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