Prodin versüßt Stollwerck den Wechsel von SAP zu BBj

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Der BASIS-Partner Prodin Business Solutions aus dem niederländischen Hilversum wurde 1975 unter dem Namen InfoStore Nederland B.V. gegründet. So begann noch in den Zeiten von M/A/I eine lange Geschichte, in der das Unternehmen seine Kunden in den Niederlanden und darüber hinaus mit Software und maßgeschneiderten Professional Services-Lösungen bediente. Doch diese Historie ist nichts, verglichen mit der Tradition, die Stollwerck in seiner DNA mitbringt..

 


Stollwerck wurde 1839 gegründet und steht für eine Palette von Schokoladen und Süßigkeiten, an die sich die Geschmacksknospen fast aller Deutschen, ob jung oder alt, gern erinnern. Stollwerck war seit jeher innovativ. In einer Anzeige, die in den frühen 1920er Jahren erschien, pries man die “sprechende Schokoladen-Tafel” an - eine Grammophon-Walze die “singt, musiziert, deklamiert”. Und wenn das langweilig wurde, konnte man sie aufessen (Abb. 1).


Abb 1. Die "sprechende Chocolade-Tafel"

Abb 1. Die "sprechende Chocolade-Tafel"

Als Stollwerck 2011 von Baronie/Sweet Products N.V. übernommen wurde, trat Prodin auf den Plan. Um die IT-Landschaften der beiden Unternehmen zu optimieren und zu vereinheitlichen, ließ Baronie durch Prodin das bisher bei Stollwerck eingesetzte SAP-System ersetzen.

Lange zurückreichende Partnerschaft zwischen Prodin und Baronie

Die Zusammenarbeit von Prodin und Baronie geht auf das Jahr 1988 zurück, als Prodin die Standard ERP-Lösung Prodin P2, basierende auf BBx, an Baronie de Heer BV in den Niederlanden verkaufte und implementierte. Im Laufe der Jahre fügte Baronie in Eigenregie einiges an speziellen Funktionen für die eigenen Bedürfnisse des Unternehmens hinzu, so dass das ERP-Paket immer mehr vom Standard abwich und praktisch zur hoch individualisierten Lösung wurde. Dieses Paket ist bis heute bei Baronie im Einsatz.

 

2010 bat Baronie Prodin um Unterstützung bei der Weiterentwicklung der maßgeschneiderten P2-Lösung. Zu diesem Zeitpunkt waren in dem Paket fünf Standorte in Belgien und den Niederlanden abgebildet, vier Produktionswerke und ein Auslieferungslager. Ein Jahr später übernahm Baronie Stollwerck von Barry Ballebaut, dem weltweit größten Hersteller flüssiger Schokolade. Baronie untersuchte daraufhin die Möglichkeiten, eine gemeinsame effiziente IT-Plattform zu schaffen, um die Prozesslandschaft von Stollwerck mit der bei Baronie zu synchronisieren und alle Prozesse gleichzeitig zu optimieren. Vor allem ging es Baronie darum, die Komplexität der bei Stollwerck implementierten Prozesse zu reduzieren.

Optimierung der IT-Landschaft: Prodin versus SAP

Zur Optimierung der gemeinsamen IT-Landschaft hatte Baronie zwei Optionen: Entweder SAP auf beiden Seiten einzuführen, oder die Prodin-Lösung, die alle Bedürfnisse bei Baronie abdeckt und die seit über 20 Jahren erfolgreich im Einsatz ist, auch bei Stollwerck einzuführen.

 

Da Prodin Erfahrung sowohl in SAP-Projekten als auch in der Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen vorweisen kann, wurde das Unternehmen damit beauftragt, das Delta zwischen Prozessen und Systemen zu analysieren. Dabei stellte sich heraus, dass die bisherige P2-Lösung die Prozesse nur nach einem erheblichen kostenintensiven Aufwand und Individualprogrammierung hätte abbilden können. Andererseits war es auch kaum möglich, die sprichwörtliche Komplexität von SAP so zu reduzieren, dass man bei Baronie mit SAP hätte arbeiten können.

 

Nach einer sorgfältigen und detaillierten Entscheidungsfindung entschied sich Baronie schließlich für eine dritte Option: Als Kern der neuen IT-Landschaft sollte Prodin die Standardversion von P3 sowohl bei Stollwerck als auch bei Baronie einführen (Abb. 2, 3). P3 basiert auf Visual PRO/5 und BBj, und läuft unter Windows Server 2008 auf einem Server in Köln. Im Prodin-Rechenzentrum in Haarlem in den Niederlanden sollte eine Datenbankspiegelung unter Cognos implementiert werden.


Abb 2: Chargenverfolgung unter P3 bei Stollwerck

Abb 3: Erfassung eines Verkaufsauftrags unter P3 bei Stollwerck

Auf Wiedersehen SAP und P2, willkommen Prodin P3

Nachdem diese Entscheidung getroffen war, machte sich Prodin im Februar 2012 ans Werk. Der Zeitplan war ehrgeizig: SAP sollte bis zum 1. Oktober abgelöst sein. Wie ehrgeizig dieser Acht-Monats-Plan war, zeigen diese Eckdaten: Die Migration betraf 300 SAP-Nutzer in drei Ländern, an sieben Standorten. Stollwerck bearbeitet etwa 120.000 Verkaufsaufträge pro Jahr, drei Viertel davon EDI-basiert. Etwa 700.000 Paletten Schokolade verlassen jährlich die Werke. Stollwerck beliefert praktisch alle großen Retailer Europas, aber auch Kunden in den USA und Australien, entweder direkt ab Werk, oder aus einem der Distributionszentren mit 120.000 klimatisierten Lagerstellen.

 

Es versteht sich von selbst, dass ein effizientes Projektmanagement durch Prodin entscheidend war für den Projekterfolg. Bei Stollwerck waren durch Prodin folgende Funktionalitäten in P3 abzubilden:

 

  • Finanzen

  • Vertrieb

  • EDI-Prozesse

  • Qualitätssicherung

  • Einkauf

  • Materialwirtschaft

  • Produktion

  • Distributionsprozesse, sowohl zum Kunden als auch innerhalb der Unternehmensgruppe

  • Distributionsläger

Zur Vervollständigung der IT-Landschaft hatte Prodin noch komplexe Schnittstellen zu verschiedenen Softwares von Drittanbietern herzustellen, darunter Verkaufsforecast, Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Lotus Notes, das bei Stollwerck für das Management des Email-Workflows und im Bereich der Produktentwicklung im Einsatz ist. Das Professional Services Team von BASIS Europe stand im Hintergrund bereit, um Prodin bei der Softwareinstallation und bei der Lösung spezifischer Fragen hinsichtlich des optimalen Einsatzes von BBj Data server, Visual PRO/5 und BBj zeitnah zu unterstützen.

 

Ehrgeizige Roadmap

Die Roadmap des Projekts sah zunächst vor, das neue System in den Stollwerck-Produktionsstätten zu implementieren, und temporäre Schnittstellen zu den übrigen Softwaremodulen zu entwickeln. Die deutschen Werke in Berlin, Saalfeld und Norderstedt gingen im September planmäßig live. Die Einführung in Norderstedt wurde noch einmal aufgeschoben, um zusätzliche Tests zur Optimierung der Lagersteuerungsprozesse durchzuführen. Die Scanner im Lager sind direkt mit Prodin P3 verbunden, so dass alle Lagerbewegungen in Echtzeit überwacht werden können.

 

Am 1. Dezember gingen Vertrieb, Finanzen sowie EDI mit Kunden und Lieferanten live. Das Jahr 2013 wurde genutzt, um die Umstellung an den verschiedenen Standorten zu verarbeiten und weiter an der Optimierung von Detailprozessen zu arbeiten. Im zweiten Halbjahr 2013 wurde auch die Implementierung im Distributionszentrum in Belgien abgeschlossen. 2014 werden sind die Baronie-Standorte in Belgien und den Niederlanden dran - alles im geplanten Zeitrahmen, inklusive Implementierung der Software und Training der Anwender, um das Produktivitätsniveau während des gesamten Migrationsprozesses aufrechtzuerhalten.

Neue Herausforderungen

Während die Implementierung von P3 an den verschiedenen Standorten von Baronie noch im Gange ist, arbeitet Prodin bereits parallel an einer Erweiterung von P3. Mit Hilfe dieses neuen Softwaremodlus werden alle Account Manager bei Baronie in der Lage sein, ihre Vertriebsforecasts je Kunde in einer zentralen Datenbank zu erfassen, untereinander auszutauschen und zu aggregieren. Das vollständig in BBj entwickelte Modul wird sich nahtlos in das bestehende Hauptmenü von P3 integrieren. Das Go live ist für Januar 2014 geplant.

 

Im Juni 2014 wird Stollwerck den Distributionspartner wechseln, was ein weiteres interessantes Projekt für Prodin mit sich bringt: Das Auslieferungslager in Nohra, Thüringen, wird an einen neuen Standort in Berlin mit 25.000 Lagerplätzen umziehen. Neuer Logistikpartner ist Fiege Logistik.

 

Zusammenfassung

Als der Schokoladenhersteller Baronie Group 2011 Stollwerck übernahm, entschied man sich zu einer Vereinheitlichung der IT-Landschaft. Bei Stollwerck wurde SAP abgelöst und durch P3 ersetzt, Prodins aktuelles ERP-System Release auf Basis von BBj und Visual PRO/5. Prodin führte das Einführungsprojekt budget- und fristgerecht durch. Sobald die Migration vollständig abgeschlossen sein wird, wird die gesamte Baronie-Gruppe von einheitlichen Geschäftsprozessen, mobilem Zugriff auf wichtige Unternehmensdaten, hohen Sicherheitsstandards und dem umfassenden Service von Prodin profitieren.


Hintergrund:

Über Prodin Business Solutions

Das Unternehmen, 1975 unter dem Namen “InfoStore Nederland B.V.” gegründet, bot ursprünglich Business-Software für MAI an, die seit damals stetig erweitert und verbessert wurde. Die aktuelle Produktgeneration Prodin-P3, ist eine Suite von ERP-Modulen für eine Vielzahl von Kundenbranchen wie Produktionsunternehmen (projektbasiert oder Serienfertigung), Großhändler, sowie Service- und Wartungsunternehmen. 2003 erhielt Prodin den SAP Innovation Award für die Anwendung der SAP Netweaver-Technologie bei ihrem P3-Kunden Royal Schelde. Abgerundet durch spezielle Module wie CRM oder die mobile Lösung “Prodin Business Workplace”, die für den on site-Einsatz von Wartungs- und Servicetechnikern eingesetzt wird, ist Prodin-P3 eine State-of-the-art-Lösung mit einer großen Kundenbasis in vielen europäischen Ländern.

 

Prodin ist seit 1980 BASIS-Partner und hat alle Produktgenerationen der BASIS-Technologien eingesetzt, um ihren Kunden die bestmögliche Softwaretechnologie zu bieten - bis hin zur Prodin-P3 Supportlösung auf iPads und Tablet PCs, die auf BASIS’ Browser User Interface fußt.


www.prodin-de.com

Über Stollwerck

Das 1839 von Franz Stollwerck gegründete Unternehmen produzierte zunächst sehr erfolgreich Hustenbonbons. Später wurde die Produktpalette um Schokolade, Marzipan und später Lebkuchen erweitert. Die Geschichte des Unternehmens spiegelt die wechselvolle europäische Geschichte wider. Nach einer Phase der Expansion im 19. Jahrhundert mit Fabrikeröffnungen in London, Wien, Rumänien und Österreich-Ungarn, litt Stollwerck erheblich unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise der zwanziger Jahre und der beiden Weltkriege. 1947 wurde das Unternehmen erfolgreich neu gestartet. Zwischen 1948 und 2000 kaufte Stollwerck zahlreiche namhafte Wettbewerber auf, weitete seinen Marktanteil aus und etablierte das Unternehmen als globale Marke.

 

Heute betreibt Stollwerck fünf Fabriken in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von rd. 500 Mio. Euro und produziert mehr als 100.000 Tonnen Süßigkeiten pro Jahr. Seit 2011 gehört Stollwerck zur Baronie-Gruppe.


www.stollwerck.de

Über Sweet Products / Baronie

Das in Belgien ansässige Privatunternehmen Sweet Products ist die Muttergesellschaft der Baronie-Gruppe. Baronie produziert eine große Palette von Schokoladenprodukten für eine internationale Kundenbasis. Baronie betreibt drei Produktionsstandorte in Belgien und den Niederlanden, sowie ein hochmodernes Logistikzentrum für Lagerung und Co-Packing-Aktivitäten in Belgien. Baronie ist strategischer Lieferant praktisch aller europäischen Einzelhandelsketten, die sowohl mit Marken- als auch private label-Produkten beliefert werden. Das Unternehmen wurde 1896 in den Niederlanden gegründet.


www.baronie.com